Beck’sches Handbuch
Unternehmenskauf im Mittelstand,
4. Auflage 2025
Wer eine M&A-Transaktion plant – ob Unternehmensverkauf, Unternehmensnachfolge, Private Equity mit z.B. einem Management-Buyout oder strategische Akquisition – steht vor einer Frage, die sich von außen kaum leicht beantworten lässt: Welche M&A Kanzlei hat im relevanten Segment tatsächlich die fachliche Tiefe und belastbare Transaktionserfahrung, und nicht nur eine gepflegte Außendarstellung?
Rankings für M&A Anwälte versuchen, genau diese Frage mit systematischen Methoden zu beantworten – durch Mandatsnachweise, Kollegenbefragungen und Mandanteninterviews. Für Unternehmer, Gesellschafter und Finanzinvestoren bieten sie einen ersten strukturierten Zugang zur Kanzleilandschaft, ohne den aufwendigen Weg über persönliche Netzwerke gehen zu müssen.
Allerdings unterscheiden sich die hier vorgestellten Verzeichnisse erheblich: in ihrer Methodik, ihrem geografischen Fokus, ihrer Tiefenschärfe für das mittelständische M&A-Segment und in der Frage, wessen Perspektive sie abbilden – die der Kollegen, der Mandanten oder beider. M&A-spezifisch kommt hinzu, dass Transaktionen überwiegend vertraulich abgewickelt werden, was die Datenlage für alle Rankings strukturell beeinflusst. Wer Rankings sinnvoll nutzen will, sollte diese Besonderheiten kennen.
M&A Anwalt Dr. Henning Jaques von 3Q|Law: Herausgeber und Autor des "Beck'sches Handbuch Unternehmenskauf im Mittelstand", 4. Aufl. 2025
JUVE ist das führende Fachmedium für den deutschen Rechtsmarkt und gilt im Segment für M&A Anwälte als inhaltlich substanziellstes Verzeichnis. Das jährliche JUVE Handbuch beruht auf einem kombinierten Verfahren aus redaktioneller Primärrecherche, strukturierten Befragungen von Rechtsanwälten und Mandanten sowie einer Analyse bedeutender M&A Mandate des Berichtsjahres. M&A Transaktionsvolumen, M&A Mandatskomplexität und sektorale Bandbreite fließen in die Bewertung ein. Einzelne M&A Anwälte können als „Häufig empfohlen" oder in der JUVE-Spitzenkategorie ausgewiesen werden.
JUVE differenziert im M&A-Bereich nach Transaktionsgröße und bildet sowohl großvolumige Deals als auch das mittelständische M&A Segment ab. Für Unternehmensverkäufe und Nachfolgetransaktionen im Mittelstand ist JUVE das Verzeichnis mit der größten deutschen Markttiefe.
Zu beachten
The Legal 500 (L500) ist eines der weltweit verbreitetsten Verzeichnisse. Grundlage sind Einreichungen der Kanzleien mit repräsentativen Mandatsnachweisen, die durch Referenzgespräche mit Mandanten ergänzt werden. Auf dieser Basis vergibt die Redaktion Tier-Einstufungen (Tier 1–4) je Praxisgebiet. Für Deutschland umfasst das Verzeichnis über dreißig Praxisgebiete mit einer eigenständigen Kategorie „Corporate and M&A".
Im M&A-Bereich sind neben den schriftlichen Einreichungen insbesondere Referenzgespräche mit Käufern, Verkäufern und deren Financial Advisors für das Ergebnis relevant. Für grenzüberschreitende Transaktionen ist eine L500-Listung international als Qualitätssignal anerkannt.
Zu beachten
Chambers gilt unter den internationalen Rankings als methodisch besonders rigoros. Neben schriftlichen Einreichungen führt die Redaktion ausführliche Interviews mit Mandanten und nominierten Anwälten. Bewertet werden technische Kompetenz, Mandantenorientierung, Reaktionsfähigkeit und Marktwahrnehmung. Empfehlungen werden in Bänder (Band 1–6) eingeteilt; für Deutschland existieren Ausgaben in Chambers Europe und Chambers Global.
Die Corporate/M&A-Kategorie von Chambers Europe gehört zu den am detailliertesten recherchierten Segmenten. Für grenzüberschreitende Transaktionen mit angelsächsischen Gegenparteien, Private-Equity-Fonds oder internationalen Strategen ist eine Chambers-Listung häufig ein wesentliches Auswahlkriterium auf der Shortlist.
Zu beachten
Best Lawyers basiert ausschließlich auf einem Peer-to-Peer-Verfahren: Anwälte bewerten nur Kolleginnen und Kollegen in anderen Kanzleien; Mandantenfeedback fließt nicht ein. Wer eine Mindestanzahl an Kollegenempfehlungen in einem Praxisgebiet erreicht, wird in die Jahresliste aufgenommen. Für Deutschland existiert die Kategorie „Fusionen und Übernahmen". Der Titel „Lawyer of the Year" geht an den Kandidaten mit den meisten Stimmen unter den bereits Gelisteten.
Im M&A-Bereich spiegelt Best Lawyers primär die Reputationswahrnehmung im Anwaltsnetzwerk wider – nicht die konkrete Transaktionshistorie. Das Verfahren erfordert keine Mandatsnachweise, was es methodisch von JUVE, Legal 500 und Chambers unterscheidet.
Zu beachten
Das Handelsblatt veröffentlicht jährlich in Kooperation mit dem US-Verlag Best Lawyers das Ranking „Deutschlands beste Anwälte". Das Anwalts-Ranking beruht auf demselben Peer-to-Peer-Verfahren wie Best Lawyers. Ergänzend existiert ein separates Kanzlei-Ranking, das neben dem Kollegenvotum auch Mandantenfeedback von über 10.000 Mandanten weltweit einbezieht. Zusätzliche Kategorien: „Anwalt des Jahres" je Praxisgebiet sowie „Ones To Watch" für Nachwuchsjuristen mit drei bis acht Jahren Erfahrung. Die Ausgabe erstreckt sich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Im M&A-Bereich bildet das Handelsblatt die Kategorie „Fusionen und Übernahmen" ab. Da die Datenbasis mit Best Lawyers identisch ist, liegt der Mehrwert gegenüber Best Lawyers allein in der Medienwirkung der Handelsblatt-Marke – was für die Außendarstellung gegenüber Mandanten, Banken und Financial Advisors durchaus relevant ist.
Zu beachten
Die WirtschaftsWoche veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt Research Institute (HRI) praxisgebietsspezifische Kanzlei- und Anwaltsrankings. Je Praxisgebiet werden mehrere Hundert bis über tausend Juristen aus vielen Kanzleien nach ihren Kollegenempfehlungen befragt. Ergänzend bewertet eine Jury aus erfahrenen Unternehmensjuristen die nominierten Kanzleien anhand eigener Erfahrungen. Das Ranking erscheint nicht als Jahres-Gesamtpublikation, sondern in thematischen Sonderausgaben über das Jahr verteilt.
Die WirtschaftsWoche veröffentlicht eine eigenständige M&A-Sonderausgabe. Die Kombination aus Peer-Befragung und Jury aus Unternehmensjuristen ist im M&A-Kontext methodisch interessant, weil In-house-Counsel häufig die ersten Entscheidungsträger bei der Kanzleiauswahl für Transaktionen sind.
Zu beachten
Das F.A.Z. Institut – Tochtergesellschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – hat in Zusammenarbeit mit QuantiQuest Research & Consulting ein mehrstufiges Ranking entwickelt: Bundesweite Online-Befragung unter Rechtsanwälten und Unternehmensjuristen (rund 16.500 Unternehmensjuristen befragt, rund 40.000 Empfehlungen ausgesprochen) sowie für privatmandantsnahe Bereiche eine Sentiment-Analyse öffentlicher Online-Bewertungen. Veröffentlichung auf faz.net und als FAZ-Sonderbeilage, erstmals im September 2025.
Das FAZ-Institut erfasst M&A unter wirtschaftsrechtlichen Kategorien. Die Einbeziehung von Unternehmensjuristen als Befragungsgruppe ist im Transaktionskontext methodisch sinnvoll, da In-house-Counsel häufig Transaktionsberater mandatieren und deren Erfahrungen direkt in das Ranking einfließen.
Zu beachten
Focus Business veröffentlicht jährlich in Kooperation mit Statista das Ranking „Deutschlands Top-Anwälte". Über 20.000 Fachanwälte werden eingeladen, Kolleginnen und Kollegen zu empfehlen, die nach ihrer Einschätzung in einem Fachgebiet besonders kompetent sind. Eigennennung und Empfehlungen kanzleiinterner Kollegen sind ausgeschlossen. Das Ranking zeichnet sich durch eine besonders breite thematische Abdeckung aus – von Wirtschaftsrecht bis zu Privatmandantenfeldern wie Erb- und Familienrecht.
Focus Business erfasst M&A- und Unternehmenstransaktionen im Rahmen seiner Wirtschaftsrechtskategorien. Die Stärke liegt in der Breite der Befragungsbasis; eine Differenzierung nach Transaktionsgröße, Sektor oder Mittelstandsfokus – wie sie JUVE oder Chambers bieten – ist nicht Bestandteil des Verfahrens.
Zu beachten
JUVE gilt im deutschen Markt als das inhaltlich substanziellste Verzeichnis für M&A, weil es redaktionelle Primärrecherche, Peer-Befragung und Mandatsanalyse kombiniert und explizit zwischen großvolumigen Transaktionen und dem mittelständischen Segment differenziert. Für grenzüberschreitende Transaktionen ist Chambers & Partners international anerkannt.
Das Handelsblatt-Ranking wird in exklusiver Kooperation mit dem US-Verlag Best Lawyers erstellt. Beide Auszeichnungen beruhen auf denselben Erhebungsdaten eines Peer-to-Peer-Verfahrens. Der Unterschied liegt im Mediengewicht: Die Handelsblatt-Marke erhöht die Außenwirkung gegenüber Mandanten, Banken und Financial Advisors. Zusätzlich umfasst das Kanzlei-Ranking des Handelsblatts Mandantenfeedback, das beim individuellen Anwaltsranking nicht einfließt.
M&A-Transaktionen werden überwiegend vertraulich abgewickelt, was die für Rankings relevante Mandatssichtbarkeit strukturell einschränkt. Darüber hinaus bevorzugen Peer-Review-Verfahren tendenziell Namen aus großen Häusern, weil diese in Transaktionen häufiger als bekannte Gegenpartei auftreten. Einreichungsbasierte Rankings wie Legal 500 erfordern Business-Development-Ressourcen, die kleinere Einheiten seltener vorhalten.
Die WirtschaftsWoche veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt Research Institute eine eigenständige M&A-Sonderausgabe. Das Handelsblatt Research Institute befragt mehrere Hundert bis über tausend Juristen aus vielen Kanzleien nach Kollegenempfehlungen. Eine Jury aus erfahrenen Unternehmensjuristen bewertet ergänzend die nominierten Kanzleien anhand eigener Erfahrungen.
Rankings bieten einen strukturierten ersten Zugang, sind aber kein hinreichendes Auswahlkriterium. Für Unternehmenstransaktionen empfiehlt sich eine Kombination aus Rankingrecherche, persönlichem Referenzgespräch und einer Analyse der nachgewiesenen Mandatserfahrung im eigenen Segment – nach Transaktionsgröße, Branche und Transaktionsstruktur.
3Q|Law begleitet Unternehmenstransaktionen im Mittelstand – vom Letter of Intent bis zum Closing. Wir stehen für ein persönliches Erstgespräch zur Verfügung.
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